Die Kosten von Fehltagen durch schlechte Ergonomie

Rückenschmerzen, Gelenkverschleiß oder Sehnenscheidenentzündungen sind typische Folgen schlecht gestalteter Arbeitsplätze in Werkstätten, Lagern und Montagehallen. Laut Erhebungen der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften gehen über 20 Prozent aller Ausfalltage auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE). Arbeitgeber sind nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 5 verpflichtet, körperliche Belastungen bei der Arbeit systematisch zu verringern.

"Ergonomische Betriebseinrichtung ist keine Luxusinvestition, sondern ein direkter Schutzfaktor gegen krankheitsbedingten Fachkräftemangel."

Die Säulen eines ergonomischen Arbeitsplatzes

1. Höhenverstellbare Arbeitsflächen

Feste Werkbankhöhen zwingen kleinere oder größere Mitarbeiter in ungesunde Körperhaltungen. Moderne Werkbänke und Packtische lassen sich manuell oder elektrisch in der Höhe verstellen. Dies ermöglicht nicht nur das Arbeiten auf perfekter Ellenbogenhöhe, sondern auch den Wechsel zwischen stehenden und sitzenden Tätigkeiten.

2. Gelenkschonende Stehmatten (Anti-Ermüdungsmatten)

Stundenlanges Stehen auf harten Betonböden belastet Gelenke und die Lendenwirbelsäule und hemmt die Durchblutung. Spezielle, elastische Anti-Ermüdungsmatten regen die Muskulatur durch Mikrobewegungen an, dämpfen das Körpergewicht ab und isolieren gegen Bodenkälte.

3. Optimale Ausleuchtung am Arbeitsplatz

Mangelhafte Beleuchtung führt zu vorzeitiger Ermüdung, Kopfschmerzen und einer erhöhten Fehlerquote. Am Montagearbeitsplatz wird eine Mindestbeleuchtungsstärke von 500 Lux vorgeschrieben, bei feinen Lötarbeiten oder Qualitätsprüfungen sogar bis zu 1.000 Lux. Blendfreie LED-Systeme garantieren hierbei eine gleichmäßige Ausleuchtung.

4. Greifraum und Werkzeuganordnung

Häufig benötigte Werkzeuge und Montageteile müssen im primären Greifbereich (ohne Vorbeugen oder Verdrehen des Rückens) angeordnet sein. Schubladensysteme mit Teleskopschienen, Schwenkarme für Monitore und federunterstützte Federzüge (Balancer) für schwere Handwerkzeuge minimieren die physische Belastung zusätzlich.

Quelle: Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) – Ergonomie-Leitfaden